EMR August 2026
Liebe Leserin, lieber Leser
Es ist allgemein bekannt, dass die Erklärung von Wirtschaftskrisen immer wieder in ganz anderen Kontexten stattgefunden haben. Die heutigen, besonderen Schwierigkeiten für Anleger betreffen den Zeitpunkt relevanter politischer Massnahmen und/oder Reaktionen.
Ein passendes Beispiel zeigt sich in der Entwicklung der von uns ausgewählten Aktienindizes; siehe Grafik. Irgendwie sind wir ziemlich überrascht von der Gesamtperformance des Nikkei-Index (letztes Höchst von 2,168 auf der indexierten Basis [2.6.2026 = 1]; sowie des Nasdaq-Index 1,835 [2.6.2026 = 1]). Die Wachstumsunterschiede zu den anderen Indizes sind gross.
Die kohärente, knifflige Frage bezieht sich darauf, welche Ursachen die offensichtlichen Ungleichheiten geprägt haben?

Durch genauere Analyse der Entwicklungen der gezeigten Aktienindizes können wir folgende deterministische Faktoren ableiten:
- Um die Bewertung der einzelnen Indizes zu erleichtern, haben wir jeden Index am 2. Januar 2024 auf 1 definiert. In der Graphik sind zwei recht unterschiedliche Phasen erkennbar: die Erste reicht vom 2. Januar 2024 bis Anfang April 2026. Die zweite für den Zeitraum seit April 2025.
- Insgesamt sind die Trendentwicklungen in der zweiten Phase ausge-prägter und deuten auf wachsende Ängste hin, z.B. bezüglich weiterer gefürchteter militärischer Interventionen, vor allem in Osteuropa und dem Nahen Osten.
- Der schlechteste Performer war überraschenderweise der SMI, während der beste – in beiden Phasen – der NIKKEI war, gefolgt vom NASDAQ-Index.
- Die Inflation bleibt weiterhin ein Hauptproblem.
- Unsere Einschätzung kurzfristiger Trends ist relativ faszinierend und zugleich schwer, präzise zu quantifizieren.
Erstaunlich sind in der Tat die Entwicklungen des NIKKEI und des NASDAQ-Indezes. Hat jemand einen Tipp dafür? Inflation, Zinssätze oder vielleicht Technologie?
Wir sind der Ansicht, dass beide „bestperformenden“ Indizes signifikant stärker von technologischen Entwicklungen bestimmt wurden und werden als von Inflation und/oder Zinserwartungen sowie von Zinsmanipulationen. Wir fragen uns, warum die grosse Mehrheit einflussreicher Politiker und Analysten kein Interesse daran hat, den Fokus überwiegend auf technologische Innovation zu legen, die wir weiterhin als den Hauptfaktor für die Bestimmung der nahen Zukunft sehen. Wenn die Leser hierzu eine andere Meinung haben, bitten wir sie freundlich, uns es mittzuteilen.
Kehren wir zu den überraschenden, jüngsten politischen, sozialen und vor allem wirtschaftlichen Entwicklungen zurück, und konzentrieren wir uns auf konkrete Unterschiede.
Aufgrund der bekannten Volatilität, und abgesehen von einigen Gemeinsamkeiten, nehmen wir spezifische, unterschiedliche Indexentwicklungen zur Kenntnis. Obwohl die beiden Phasen ähnlich verliefen, sind die Divergenzen dennoch deutlich. Warum, ist die eigentliche Frage, die eine relevante Antwort erfordert.
SCHLUSSFOLGERUNGEN
Ein spezifischer Bestimmungsfaktor, der schwer richtig zu beurteilen ist, betrifft den politischen Fokus verschiedener Akteure. Trotz der langjährigen politischen und marktstrategischen Einflussnahme auf den Rohölpreis, der lange als einer der wesentlichen Einflussfaktoren auf die Inflationsrate galt und politisch weiterhin häufig als solcher betrachtet wird, ist gegenwärtig insbesondere der technologischen Entwicklung verstärkte Aufmerksamkeit zu schenken. Dies sind Faktoren, die unserer Meinung nach noch nicht die angemessene Aufmerksamkeit erhalten haben.
Unser Ausblick deutet im Allgemeinen auf Wirtschaftswachstum hin, bleibt aber weiterhin schwierig, genau zu quantifizieren. Die wirtschaftliche Aktivität ist trotz aller Prognoseschwierigkeiten ein wichtiges Barometer für die „wirtschaftliche Gesundheit“. Sie beeinflusst fast alles, von der Fiskal- und Geldpolitik bis hin zur Investitionspolitik.
Kontextuell ist das obige Diagramm wirklich aufschlussreich. Jedoch sind wir mit dem weitverbreiteten Ansatz nicht einverstanden. Wir bleiben weiterhin der Meinung, dass technologische Fortschritte noch lange als Hauptdeterminante bestehen bleiben sollten und bleiben werden. Lassen Sie uns betonen, dass technologische Entwicklungen den Wirtschaftsgang massgeblich bestimmen und weiterhin bestimmen werden, deutlich mehr als der Fachjargon der meisten PolitikerInnen.
Ein weiterer Effekt, der nicht die gebührende Aufmerksamkeit erhält – ist die Auswirkung auf die wirtschaftliche Aktivität, insbesondere hinsichtlich der Rendite auf Investitionen, sowohl im In- als auch im Ausland. Fragen wir uns, wer am Steuer sitzt: technologisch-getriebene, wirtschaftliche Aktivitäten oder politisch festgelegte Fachbegriffe zu Inflation und/oder Zinssätzen? Mit anderen Worten: Wir fragen uns, wer die Gewinner sein werden?
Der Ausblick deutet im Allgemeinen auf Wirtschaftswachstum hin, bleibt aber weiterhin schwer zu quantifizieren. Kürzlich argumentierten Analysten entweder in Richtung Energieimporte oder globale technologische Entwicklungen. Die wirtschaftliche Aktivität ist trotz aller Prognosefortschritte ein schwieriges Barometer zur Bestimmung der „wirtschaftlichen Gesundheit“. Für uns als Investoren erfordert es eine immer anspruchsvollere und umfassendere Bewertung der Verwundbarkeit von Politikern ebenso wie von Investoren. Kontextuell gibt es Fragen, die wir nicht genau genug quantifizieren können, wie z.B. wann und unter welchen gegenseitig vereinbarten Bedingungen die Prognoseübung glaubwürdig und hoffentlich lohnend gemacht werden könnten.
ADDENDUM
Der anhaltende Wassermangel erfordert eine Quantifizierung der Dauer der Dürre, die wiederum die Schwere der Rezession bestimmt – etwas, das wir derzeit nicht quantifizieren können. Trotzdem, erwarten wir kurz- bis mittelfristig einen signifikanten Anstieg der Inflation, mit dem entsprechenden negativen Einfluss auf das Wirtschaftswachstum.
Wir gehen davon aus, dass die kurzfristige bis mittelfristige Inflation höher und das Wirtschaftswachstum deutlich niedriger sein werden, was eine kontinuierliche Bewertung bei der Auswahl von Aktien und Währungen erfordert und erfordern wird.