{"id":10729,"date":"2024-01-11T17:07:00","date_gmt":"2024-01-11T16:07:00","guid":{"rendered":"https:\/\/swisschange.ch\/?p=10729"},"modified":"2024-01-11T17:43:09","modified_gmt":"2024-01-11T16:43:09","slug":"ausblick-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/swisschange.ch\/it\/2024\/01\/11\/ausblick-2024\/","title":{"rendered":"Ausblick 2024"},"content":{"rendered":"\n<p>EMR Januar 2024<\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Leserin, lieber Leser<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">RAHMENBEDINGUNGEN<\/h2>\n\n\n\n<p>Das vergangene Jahr war gepr\u00e4gt von den bekannten milit\u00e4rischen Untaten Russlands in der Ukraine und den Bruderkriegen im Nahen Osten sowie von internationalen Machtk\u00e4mpfen im Technologiesektor. Hinzu kam eine neue Schwierigkeit, n\u00e4mlich die &#8220;Schlie\u00dfung&#8221; des Suezkanals. Reedereien sehen sich hiermit konfrontiert mit eventuellen l\u00e4ngeren Lieferzeiten und somit h\u00f6heren Kosten f\u00fcr den Asien-Europa-Verkehr \u00fcber das Kap der Guten Hoffnung an der S\u00fcdspitze Afrikas konfrontiert. Diese Entwicklungen lassen unserer Einsch\u00e4tzung nach einen bevorstehenden Kostenanstieg bef\u00fcrchten. Je nach der Dauer der Sperrung w\u00fcrde das, unabh\u00e4ngig von Zinssatzanpassungen seitens der Zentralbanken, ein zus\u00e4tzliche Inflationsproblematik bedeuten.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist bekannt, dass von den Zentralbanken derzeit erwartet wird, dass sie die Zinss\u00e4tze weiter anheben, um die Inflationsrate zu &#8220;senken&#8221;. Eine Ausnahme bilden vielleicht die USA. Obwohl die gerade ver\u00f6ffentlichte Inflationsrate f\u00fcr Dezember (3.4%) h\u00f6her ist als erwartet, ist zu davon auszugehen, dass die Zinsen im Pr\u00e4sidentschaftswahljahr 2024 weiter gesenkt werden. Offiziell ist die FED unabh\u00e4ngig von der Regierung, aber es hat sich schon oft gezeigt, dass sie bei ihrem Timing politisch bewusst handelt. Es wird allgemein davon ausgegangen, dass steigende Inflationsraten zu gegebener Zeit zu h\u00f6heren Zinss\u00e4tzen f\u00fchren werden. Wir erkennen diese &#8220;Binsenweisheit&#8221; an, fragen uns aber, ob in der gegebenen Konstellation nicht das umgekehrte Argument stimmt, d.h. dass h\u00f6here Zinss\u00e4tze zu einer niedrigeren Inflationsrate f\u00fchren w\u00fcrden. Wie bereits in fr\u00fcheren EMR zum Ausdruck gebracht, bezweifeln wir dies.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie, liebe Leserin, lieber Leser, fragen sich sicher, warum wir so skeptisch sind und in der heutigen Konstellation mit h\u00f6her getriebenen Zinss\u00e4tze seitens der Zentralbanken die Inflationsrate kaum beeinflussen d.h. reduzieren werden oder werden k\u00f6nnen. Bekanntlich gibt es viele Gr\u00fcnde, warum Preise steigen\/fallen, und es gibt viele Ursachen f\u00fcr die Inflation. Preisanpassungen sind, wie wir alle wissen, nicht einfach das Ergebnis der Ausweitung\/Einschr\u00e4nkung der Geldmenge oder einfach gesagt, das Resultat von zu viel\/zu wenig Geld f\u00fcr eine begrenzte Menge an Waren. Die Inflation hat, wie wir alle wissen, viele Ursachen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die bekanntesten Inflationsursachen werden entweder als Ursache der Nachfrage (Nachfragesog) oder des Angebotes (Kostendruck) definiert. Zurzeit wird bei den meisten Analysten und Zentralbankiers der Nachfragesog als bestimmender Prognoseinstrument benutzt, w\u00e4hrend wir von der Angebotsverknappung ausgehen. Auch mit nur einer oberfl\u00e4chlichen Analyse der inflationsbestimmenden Faktoren muss angenommen werden, dass die Verknappung z.B. des Erd\u00f6ls aufgrund des unsinnigen Angriff Russlands auf die Ukraine und der Krieg im Vorderen Orient inklusive kurzseitige Sperrung des Suezkanals, die Preise eines der wichtigsten G\u00fcter (das Erd\u00f6l) in die H\u00f6he getrieben haben und, so wie es jetzt aussieht, noch einige Zeit als bestimmender Unsicherheitsfaktor eine Rolle spielen wird. Die rhetorische Frage, die wir hier stellen m\u00f6chten ist: k\u00f6nnen weitere Zinserh\u00f6hungen der Zentralbanken der restriktiven Angebotspolitik die Stirne bieten? Uns scheint dies kaum m\u00f6glich zu sein, da die Angebotsrestriktionen kaum von Zins\u00e4nderungen beeinflusst werden k\u00f6nnen. Als Indikation weisen wir gerne auf die Preisentwicklung der OPEC-Periode hin.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">ANNAHMEN<\/h2>\n\n\n\n<p>Jede Prognose ist in der heutigen Konstellation sehr von Annahmen gepr\u00e4gt. Diese bestimmen direkt und indirekt auch die Anlagepolitik. Die l\u00e4ngerfristige Darstellung der Aktien- und Renditenkurven mag hierzu hilfreich sein. Ausgehend von den Renditen der 10-j\u00e4hrigen Staatsanleihen darf man davon ausgehen, dass der j\u00fcngste Zinsanstieg sich seinem Ende n\u00e4hert. Nicht zu untersch\u00e4tzen sind jedoch die jeweiligen Entwicklungsunterschiede. Anzunehmen ist, dass die Zentralbanken die kurzfristigen Zinss\u00e4tze bald zur\u00fccknehmen werden, was demn\u00e4chst auch eine Senkung der Staatanleihen implizieren sollte. Die j\u00fcngsten Niveaus der Renditen der Staatsanleihen (siehe nachfolgende Graphik) weisen auf verschiedenartige Wirtschaftsentwicklungen hin, wie z.B. zwischen den USA (GT10) und England (GUKG10) im Vergleich zu Japan (GJGB10) und Schweiz (GSWiSS10).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"872\" height=\"659\" src=\"https:\/\/swisschange.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/EMR2024_Jan_DE_01.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-10730\" style=\"width:550px\" srcset=\"https:\/\/swisschange.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/EMR2024_Jan_DE_01.png 872w, https:\/\/swisschange.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/EMR2024_Jan_DE_01-300x227.png 300w, https:\/\/swisschange.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/EMR2024_Jan_DE_01-768x580.png 768w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Lohnenswert erachten wir aber auch der Vergleich der Performance von verschiedenen Aktienindices seit 1992 und des DJIA-Index, in diesem Fall auch f\u00fcr die letzten vier Jahre auf Monatsdurchschnittsbasis. Aus der Graphik l\u00e4sst sich Folgendes ableiten:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img decoding=\"async\" width=\"860\" height=\"659\" src=\"https:\/\/swisschange.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/EMR2024_Jan_DE_02.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-10734\" style=\"width:550px\" srcset=\"https:\/\/swisschange.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/EMR2024_Jan_DE_02.png 860w, https:\/\/swisschange.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/EMR2024_Jan_DE_02-300x230.png 300w, https:\/\/swisschange.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/EMR2024_Jan_DE_02-768x589.png 768w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" type=\"1\">\n<li>Der Wachstumsunterschiede des NASDAQ Indexes im Vergleich zu allen anderen ist ausgesprochen gross und weist auf die sektoriellen Entwicklungen hin, die etwa seit 2010 h\u00e4tten in der Asset Allokation ernst genommen werden m\u00fcssen. Die Frage stellt sich, warum hat man diesem Bestimmungsfaktor so wenig Beachtung geschenkt?<\/li>\n\n\n\n<li>Bei der Analyse der Entwicklungen aller anderen angef\u00fchrten Indices stellt man fest, dass auch hier grosse Unterschiede bestehen, z.B. zwischen dem Nikkei-Index und dem SPI-Index fest. Es geht gesamthaft gesehen um durchschnittlich 10% Return-Unterschiede.<\/li>\n\n\n\n<li>Es stellt sich nun die Frage, wie wird es weitergehen? Nachfolgend halten wir unsere Vorstellung fest.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">BEDENKEN<\/h2>\n\n\n\n<p>Jede Prognose ist, insbesondere in der heutigen Konstellation, sehr von Annahmen gepr\u00e4gt. Diese bestimmen direkt und\/oder indirekt nicht nur die Anlagepolitik, sondern auch die M\u00f6glichkeit mit Unw\u00e4gbarkeiten, Ertragserfolg zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Vergleicht man die Entwicklung der verschiedenen Aktienindizes seit 1992, z.B. den NASDAQ Performance Index und der anderen hier aufgezeichneten Indizes, sowie auch f\u00fcr den Zeitraum der letzten vier Jahre, lassen sich folgende Schl\u00fcsse aus der Darstellung im Monatsdurchschnitt ziehen:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" type=\"1\">\n<li>Es bleibt r\u00e4tselhaft, wie die Zentralbanken bei einem so markanten Unterschied zwischen der Entwicklung von DJIA (+10.4%), Nasdaq (+31.2%) und NIKKEI (+1.7%) die Bek\u00e4mpfung der Inflation mittels Zinsanpassung vornehmen?<\/li>\n\n\n\n<li>Wenn man davon ausgeht, dass die geplanten Zinssenkungen der Zentralbanken der USA, der Eurozone und der Schweiz keine gleichwertigen und erheblichen Auswirkungen auf die K\u00e4ufe und die Anzahl der Transaktionen haben werden, wie werden dann die jeweiligen Auswirkungen auf den Konsum und die Investitionen sein, wenn die Kriegstendenzen weiterhin einen erheblichen Einfluss auf den internationalen Handel haben?<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">SCHLUSSFOLGERUNGEN<\/h2>\n\n\n\n<p>Wir gehen weiterhin davon aus, dass die kriegerischen Entwicklungen in der Ukraine und im Mittleren Osten viel ma\u00dfgebender bleiben werden als die Entwicklungen, die wir im Abschnitt BEDENKEN beschrieben haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit anderen Worten rechnen wir f\u00fcr die ersten zwei Quartale 2024 mit hoher Volatilit\u00e4t, die vor allem mit einer angepassten Sektor- und Titelselektion beizukommen sein wird.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">M\u00f6ge das kommende Jahr 2024 uns allen gute Gesundheit, Erfolg und Wohlstand bringen!<\/h2>\n<span class=\"synved-social-container synved-social-container-share\"><a class=\"synved-social-button synved-social-button-share synved-social-size-24 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